Kohl Alfredo
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Kohl Alfredo – Als ich Weißkohl in Sahnesauce schmiss (und meine Familie es liebte)

Es war ein Donnerstagabend im November. Einer dieser Abende, an denen du um 17:00 Uhr in die Küche kommst und denkst: „Was zur Hölle koche ich heute?“ Der Kühlschrank: halb leer. Die Kinder: hungrig und am motzen.

Meine Motivation: bei null.

Ich fand: Sahne, Parmesan (fast leer, aber genug), Butter, eine halbe Packung Fettuccine und – einen halben Weißkohl vom Wochenende. Mein erster Gedanke? „Alfredo geht immer.“ Mein zweiter? „Aber die Pasta reicht nicht für alle.“ Mein dritter, verzweifelter Gedanke? „Was, wenn ich den Kohl einfach… dazu tue? Mehr Volumen, niemand merkt’s?“

Spoiler: Es war die beste spontane Küchen-Entscheidung seit Monaten.

Warum ich überhaupt auf die Idee kam (und warum du skeptisch sein darfst)

Ehrlich? Ich hatte zu wenig Pasta für vier Personen.

250 g Fettuccine. Das reicht für zwei, vielleicht drei Personen wenn man großzügig ist. Aber für vier? Mit zwei hungrigen Kindern? Keine Chance. Und der Weißkohl lag da und schaute mich an wie ein stummer Vorwurf.

Normalerweise hätte ich einfach mehr Pasta gekocht. Aber es war 17:00 Uhr, der Supermarkt war zu weit, und ich hatte keine Lust. Also dachte ich: „Was, wenn ich den Kohl einfach mit den Nudeln mische? Wird mehr draus, kostet nichts extra, und vielleicht merken die Kinder es nicht mal.“

Ich schnitt den Kohl in dünne Streifen – etwa so breit wie Fettuccine – schmiss ihn in kochende Butter, goss Sahne drüber, rieb den letzten Parmesan rein, würzte mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Parallel kochte ich die Pasta. 15 Minuten später: Nudeln und Kohl in der Sahnesauce vermischt.

Mein 8-Jähriger kam in die Küche: „Mama, riecht gut! Machst du Nudeln Alfredo?“
Ich: „Ja, so was in der Art wie Nudeln Alfredo. Probier einfach mal.“
Er nahm einen Bissen. Kaute. Schaute erst skeptisch und nahm NOCH einen Bissen.

„Das ist lecker!“

Was beim ersten Mal schiefging (und wie ich es beim zweiten Mal richtig machte)

Okay, die Version oben klingt perfekt. War sie nicht. Mein erster richtiger Versuch – nachdem ich nicht mehr einfach nur improvisiert habe – ging richtig schief.

Fehler Nummer 1: Kohl zu dick geschnitten
Ich dachte: „Dicke Streifen = schneller fertig!“ Also schnitt ich den Kohl etwa fingerdick. Das Problem? Er wurde nicht weich. Nach 10 Minuten waren die Streifen immer noch hart und knackig. Nicht „bissfest“ – einfach nur hart.

Die Lösung: Kohl wirklich dünn schneiden, maximal 0,5 cm breit. Dünn genug, dass er in 10-12 Minuten weich wird.

Fehler Nummer 2: Sahne komplett auf einmal reingekippt
Ich goss alle 200 ml Sahne auf einen Schlag über den Kohl. Das Ergebnis? Wässrige Suppe. Überhaupt nicht cremig – eher „Kohlsuppe mit Sahnegeschmack“.

Die Lösung: Sahne portionsweise dazugeben. Erst 100 ml, ein paar Minuten köcheln lassen, dann den Rest. So dickt die Sauce richtig ein.

Fehler Nummer 3: Viel zu wenig Gewürze
Mein erster Versuch schmeckte einfach nur fade. Kohl + Sahne ohne ordentlich Würze? Langweilig.

Die Lösung: Richtig großzügig salzen (mehr als du denkst!), schwarzer Pfeffer, Muskatnuss – und hier der Geheimtrick: einen halben Teelöffel Kümmel. Klingt komisch, aber Kümmel macht Kohl bekömmlicher und gibt eine leicht erdige Note. Man schmeckt ihn nicht direkt raus, aber er fehlt, wenn er nicht drin ist.

Warum Kohl + Pasta Alfredo so genial ist (besser als nur Pasta)

Ich weiß, das klingt nach „Gemüse reinschmuggeln“-Trick. Ist es auch. Aber nachdem ich das jetzt mehrfach gemacht habe, kann ich sagen: Die Kombi ist BESSER als nur Pasta.

1. Mehr Portion für weniger Geld
250 g Pasta alleine? Reicht knapp für 3 Personen. 250 g Pasta + 300 g Kohl? Locker für 4-5 Personen. Der Kohl streckt das Gericht, ohne dass es auffällt. Und Kohl kostet fast nichts – ein halber Kopf für 1 Euro gibt dir das doppelte Volumen.

2. Leichter, ohne „ich platze gleich“-Gefühl
Normale Fettuccine Alfredo ist SCHWER. Nach einem Teller fühlst du dich, als hättest du einen Stein gegessen. Mit Kohl? Die Nudeln sind immer noch da (die Kinder sind glücklich), aber durch das Gemüse wird’s insgesamt leichter. Du kannst einen Nachschlag essen, ohne danach ins Koma zu fallen.

3. Kinder essen Gemüse – ohne zu merken, dass es Gemüse ist
Die dünnen Kohlstreifen sehen aus wie breite Bandnudeln. Zwischen den Fettuccine fallen sie kaum auf. Bis meine Kinder merkten, dass da Kohl drin war, hatten sie schon drei Gabeln gegessen. Und dann? „Okay, schmeckt aber gut.“

4. Tatsächlich gesünder
Pasta ist okay, aber Ballaststoffe? Vitamine? Fehlanzeige. Kohl bringt Vitamin C, Folsäure, Ballaststoffe. Die Nudeln liefern Energie, der Kohl die Nährstoffe. Win-win.

5. Die Sauce haftet BESSER
Der Kohl nimmt die Sahnesauce auf wie ein Schwamm. Jeder Bissen ist vollgepackt mit diesem butterigen, käsigen Geschmack. Mit nur Pasta rutscht die Sauce manchmal ab. Mit Kohl? Klebt sie perfekt.

Der „Aha“-Moment: Als ich verstand, warum das funktioniert

Kohl wird beim Kochen süßer. Die natürlichen Zucker im Kohl karamellisieren leicht, vor allem wenn du ihn erst in Butter anbrätst. Das gibt eine milde, nussige Süße, die PERFEKT mit der Salzigkeit von Parmesan und der Cremigkeit von Sahne harmoniert.

Dazu: Kohl ist mild. Nicht bitter wie Grünkohl, nicht intensiv wie Rosenkohl. Weißkohl ist das Schweizer Taschenmesser der Kohlsorten – er passt überall rein und überwältigt nichts.

Und das Beste? Die Textur. Wenn du Kohl dünn schneidest und in Sahne köchelst, wird er butterweich, aber behält noch einen leichten Biss. Nicht matschig, nicht knackig – genau richtig.

Ich dachte immer, Alfredo funktioniert nur mit Pasta, weil Nudeln die Sauce brauchen. Aber Kohl? Kohl IST die Sauce. Er nimmt alles auf und wird selbst cremig, käsig, perfekt.

Was wir zu Kohl Alfredo essen (oder nicht)

Kohl Alfredo mit Pasta IST das Hauptgericht bei uns. Aber manchmal kommt noch was dazu.

Solo – es reicht!
Für 4 Personen reicht die Kombi aus Pasta und Kohl völlig. Wir essen es mit einem Salat dazu, fertig. Sättigend, lecker, und die Kinder sind zufrieden.

Mit Hähnchen:
Gegrillte Hähnchenbrust in Streifen geschnitten obendrauf – dann ist es ein vollständiges Familienessen. Die Kinder lieben es.

Mit Speck:
Knusprig gebratene Speckwürfel über das Alfredo streuen. Das ist nicht gesund, aber HIMMLISCH.

Mit Brot:
Frisches Baguette zum Dippen. Die Sahnesauce mit Brot aufzutunken ist… keine Worte. Einfach nur gut.

Als Beilage zu Steak oder Lachs:
Wenn wir Gäste haben, mache ich Kohl Alfredo als „fancy Beilage“. Niemand erwartet Kohl, alle sind begeistert.

Altersgerechte Aufgaben: Kinder LIEBEN Alfredo (auch aus Kohl)

Kohl Alfredo ist so einfach, dass sogar die Kleinsten mithelfen können.

Ab 3 Jahren: Parmesan reiben (unter Aufsicht), Sahne in den Topf gießen (du hältst den Topf)

Ab 5 Jahren: Kohl mit einem Buttermesser in Streifen „schneiden“ (eher zerreißen, aber sie sind stolz)

Ab 8 Jahren: Kohl richtig schneiden (mit scharfem Messer unter Aufsicht), Gewürze abmessen, rühren während es köchelt

Teenager: Können das komplette Rezept alleine machen. Meine 13-Jährige macht es mittlerweile öfter als ich.

Variationen, die ich ausprobiert habe (nicht alle waren Gewinner)

Mit Knoblauch:
2 Knoblauchzehen in Butter anbraten, bevor der Kohl reinkommt. Gibt eine schöne Tiefe. War lecker, aber die Kinder fanden es „zu knoblauchy“. Für Erwachsene: perfekt.

Mit Spinat:
Eine Handvoll Spinat am Ende unterrühren. War okay, aber nicht besser als die pure Version. Der Spinat wird welk und sieht ein bisschen traurig aus.

Mit Semmelbrösel-Topping:
Semmelbrösel in Butter anrösten, über das fertige Alfredo streuen. GENIAL. Die knusprige Textur oben, cremig unten – so gut!

Mit Weißwein:
50 ml Weißwein zu der Sahne hinzufügen. Gibt eine leichte Säure, die die Schwere ausbalanciert. Funktioniert super, aber nur für Erwachsene (Kinder mögen den Weingeschmack nicht).

Mit Wirsing statt Weißkohl:
Wirsing ist zarter und wird schneller weich. War gut, aber ich bevorzuge die Struktur von Weißkohl.

Mein Favorit bleibt aber: Klassisches Kohl Alfredo mit Semmelbrösel-Topping. Das ist Perfektion.

Kohl Alfredo
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Kohl Alfredo

Kohl Alfredo ist die geniale Kombination aus cremiger Alfredo-Pasta und gesundem Weißkohl – mehr Volumen, weniger Geld, und die Kinder merken kaum, dass Gemüse drin ist! Dünne Weißkohlstreifen werden zusammen mit Fettuccine in einer butterigen Parmesan-Sahnesauce geschwenkt. Das Ergebnis? Ein Gericht, das aussieht wie normale Pasta Alfredo, aber sättigender, günstiger und nährstoffreicher ist. Perfekt für Familien, die Pasta lieben, aber auch Gemüse unterbringen wollen.
4 Portionen
Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Gesamtzeit: 20 Minuten
Portionen

Kochutensilien

  • Scharfes Messer und Schneidebrett
  • Großer Topf für Pasta
  • Große Pfanne oder Topf für die Sauce
  • Holzlöffel oder Pfannenwender
  • Reibe für Parmesan
  • Sieb zum Abgießen der Pasta
  • Optional: Pfanne für Semmelbrösel-Topping

Zutaten

  • 250 g Fettuccine oder Tagliatelle alternativ: jede breite Pasta
  • 300 g Weißkohl etwa ½ kleiner Kopf
  • 2 EL Butter
  • 200 ml Sahne mindestens 30% Fett, sonst wird’s zu dünn
  • 80 g Parmesan frisch gerieben!
  • Salz Pfeffer
  • 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
  • ½ TL Kümmel optional, aber empfohlen
  • Optional: Semmelbrösel-Topping 2 EL Semmelbrösel in 1 EL Butter rösten

Zubereitung

  • Pasta kochen: Großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Fettuccine nach Packungsanweisung kochen (meist 10-12 Minuten). Abgießen, dabei 1 Tasse Nudelwasser aufheben.
  • Kohl vorbereiten: Während die Pasta kocht: Weißkohl in etwa 1 cm breite, dünne Streifen schneiden (etwa so breit wie die Pasta). Strunk entfernen. Nicht raspeln!
  • Anbraten: Butter in einer großen Pfanne oder Topf erhitzen. Kohlstreifen hineingeben, bei mittlerer Hitze 3-4 Minuten anbraten, bis sie leicht goldbraun sind. Gelegentlich umrühren.
  • Würzen: Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Kümmel hinzufügen.
  • Sahne hinzufügen: Erst 100 ml Sahne über den Kohl gießen, gut umrühren. Bei mittlerer Hitze 5 Minuten köcheln lassen (nicht kochen lassen!). Dann die restlichen 100 ml Sahne hinzufügen.
  • Köcheln lassen: Weitere 6-8 Minuten köcheln, bis der Kohl butterweich ist und die Sauce eingedickt ist. Gelegentlich umrühren.
  • Pasta und Parmesan einrühren: Hitze ausschalten. Abgetropfte Pasta zur Kohl-Sahne-Mischung geben. 60 g Parmesan unterrühren, bis alles gut vermischt ist. Wenn die Sauce zu dick ist, etwas Nudelwasser hinzufügen.
  • Servieren: Auf Teller verteilen, mit restlichem Parmesan bestreuen. Wer mag: Semmelbrösel-Topping drüber.

Notizen

Tipp: Die Kohlstreifen sollten etwa so breit sein wie die Pasta – dann fällt der Kohl zwischen den Nudeln kaum auf!
Variation Low-Carb: Du kannst die Pasta auch weglassen und nur Kohl verwenden. Dann die Kohlmenge auf 500 g erhöhen.

FAQ – Häufige Fragen zu Kohl Alfredo

Kann ich das vorbereiten und aufwärmen?
Kohl Alfredo ist am besten frisch. ABER: Du kannst es 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und in einer Pfanne mit etwas extra Sahne oder Butter aufwärmen. Mikrowelle funktioniert auch, aber die Sauce kann sich trennen.

Geht das auch vegan?
Ja! Sahne durch Hafersahne oder Cashew-Sahne ersetzen, Parmesan durch veganen Reibekäse oder Hefeflocken. Schmeckt anders, aber immer noch gut.

Welche Kohlsorte funktioniert am besten?
Weißkohl ist mein Favorit – mild, süßlich, perfekte Textur. Wirsing funktioniert auch (zarter, schneller weich). Rotkohl habe ich nicht probiert (wird die Sauce lila färben).

Kann ich das einfrieren?
Theoretisch ja, aber Sahnesaucen werden beim Auftauen manchmal körnig. Ich würde es nicht empfehlen.

Warum schmeckt es am nächsten Tag besser?
Der Kohl zieht die Aromen über Nacht noch mehr auf. Beim Aufwärmen wird er butterweich und die Gewürze sind intensiver.

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